12. Etappe der Dakar 2020
Impressionen der 12. Etappe der Dakar 2020
20. Januar 2020

Sainz im Mini und Brabec auf Honda gewinnen

12. Etappe der Dakar 2020

DAKAR 2020 – Die zwölfte Etappe

Zum ersten Mal fand die Dakar in Saudi-Arabien statt. Und zum ersten Mal stand ein Amerikaner oben auf dem Treppchen – und gleich in zwei Kategorien. Dazu gewann Honda erstmals seit 30 Jahren die Motorrad-Wertung. Und ein Mini gewann zum fünften Mal bei der Dakar.

12. Etappe der Dakar 2020Die 42. Ausgabe der Dakar 2020 in Saudi-Arabien führte vom Roten Meer durch Berge und Wüsten bis in die Nähe der Hauptstadt Riad. 237 der gestarteten 342 Fahrzeuge schafften es über die gesamte Strecke. 96 Autos, 12 Quads, 31 Side-by-Side-Wagen und 40 Trucks kamen ins Ziel. Dazu 19 weitere Fahrzeuge, die nach alten Regeln ausgeschieden wären. Neue Regeln ermöglichten deren Weiterfahrt in der speziellen Kategorie „Dakar Experience“.

Die Sieger hatten in den letzten Etappen ein solides Polster herausgefahren, welches sie in der letzten Etappe leicht verteidigen konnten. Bei den Autos hielt Carlos Sainz mit Beifahrer Lucas Cruz im Mini-Buggy seine beiden Kontrahenten Nasser Al-Attiyah im Toyota und Stephane Peterhansel, ebenfalls im Mini-Buggy, in Schach. Bei den Motorrädern gewann mit Ricky Brabec zum ersten mal ein US-Amerikaner eine Kategorie bei der Dakar. Nur Minuten später tat es Casy Curry in der SSV-Klasse im gleich. Bei den Trucks gewann der Kamaz von Andrey Karginov mit großem Vorsprung.

12. Etappe der Dakar 2020Stephane Peterhansel schraubte während dieser Dakar seinen Rekord an Etappensiegen auf 80. Nasser Al-Attiyah hält den Rekord, bei 13 aufeinanderfolgenden Dakars einen Etappensieg geholt zu haben – einer der wenigen Rekorde, die nicht von Peterhansel oder Vladimir Chagin, der Kamaz-Legende, gehalten werden.

Für X-raid war es eine der erfolgreichsten Dakars: neun der zwölf Etappen wurden durch von X-raid gebaute Fahrzeuge gewonnen. Acht der Tagessiege gingen an das Bahrain JCW X-raid Team.

Neben den beiden MINI JCW Buggys erreichten noch zwei MINI John Cooper Works-Rally-Crews einen Platz in den Top 10. Orlando Terranova und Bernardo Graue (beide ARG) beendeten die Dakar auf Rang sechs. Terranova konnte in der zweiten Woche nicht mehr voll angreifen. Er klagte seit der sechsten Etappe über Nackenprobleme und ließ es vorsichtiger angehen. Der Saudi Yasir Seaidan darf sich auf heimischem Boden über den neunten Rang freuen. Zusammen mit seinem russischen Co-Piloten Alexey Kuzmich war er zum ersten Mal in einem MINI JCW Rally bei der Dakar angetreten.

Die MINI ALL4 Racing-Crew Alexander Dorosinskiy (RUS) und Oleg Uperenko (LVA) beendeten die Dakar auf dem 14. Platz. Denis Krotov (RUS) und Dmytro Tsyro (UKR) aus dem Team MSK Motorsport landeten im MINI JCW Rally auf Position 17.

Nach ihrem Pech in der ersten Woche lief es für Jakub „Kuba“ Przygonski (POL) und Timo Gottschalk (GER) nach dem Ruhetag richtig gut und sie konnten mehrere Top fünf Positionen einfahren. So arbeiteten sie sich in der Gesamtwertung auf den 19. Platz nach vorne.

Markus Walcher und Tobias Henschel vom Walcher Racing Team beendeten die Dakar in ihrem Bowler Wildcat auf Rang 45 und waren damit sehr zufrieden. Markus Walcher informierte über Social Media beständig und mit Leuchten in den Augen vom Rennen.

Carlos Sainz war begeistert: „Ich bin sehr glücklich. Von Anfang an haben wie an dem Sieg gearbeitet und haben es bis zum Schluss durchgezogen! Es war von Anfang an eine Vollgas-Rallye. Die erste Ausgabe der Dakar in Saudi Arabien war sensationell.“

 

Neue Regeln positiv aufgenommen

Die neuen Roadbook-Regeln scheinen bei den Fahrern gut anzukommen. Es wird nun farbig markiert ausgegeben und bei einigen Etappen erst unmittelbar vor dem Start verteilt. Für den Navigator des Siegerteams Lucas Cruz kein großes Problem: „Wegen den neuen Roadbook-Regeln mussten wir die Arbeitsweise im Fahrzeug anpassen. Wir bekommen an einigen Tagen das Roadbook erst 15 Minuten bevor wir losfahren.Ich muss sagen, dass mir diese Änderungen gefallen und ich finde es gut, das Roadbook erst am Morgen zu erhalten. Zum einen kann ich so länger schlafen, da die nächtliche Vorbereitung wegfällt, und zum anderen ist es auch fairer, da jeder auf dem gleichen Stand ist und sich keine Zusatzinformationen besorgen kann.“

Auch Paulo Fiuza, Beifahrer von Stephane Peterhansel gefällt der neue Ablauf: „Bisher haben wir vier Mal das Roadbook erst am Morgen bekommen und ich finde das eine gute Idee. Ich bin viel ausgeruhter, auch wenn das vor dem Start natürlich mehr Stress bedeutet.“

Annett Fischer, deutsche Beifahrerin von Camelia Liparoti in der Side-by-Side-Klasse, profitierte von der Dakar-Experience-Kategorie. Auf Rang 32 der Gesamtwertung liegend hatten die beiden auf der sechsten Etappe ein technisches Problem, welches normalerweise das Aus bedeutet hätte. Außer Konkurrenz konnte Fischer aber noch bis ins Ziel bei Riad fahren.

 

Gesamtwertung der Dakar 2020 Kategorie Autos

1 305 C. SAINZ MINI 42:59:17 0:00:00
2 300 N. AL-ATTIYAH TOYOTA 43:05:38 0:06:21
3 302 S. PETERHANSEL MINI 43:09:15 0:09:58
4 309 Y. AL RAJHI TOYOTA 43:48:27 0:49:10
5 304 G. DE VILLIERS TOYOTA 44:06:26 1:07:09

 

Motorräder

12. Etappe der Dakar 2020Diesmal hielten die Hondas bis zum Schluss und brachten mit Ricky Brabec den ersten Amerikaner auf die Spitze eines Dakar-Podiums. In den Vorjahren hatten immer wieder Zwischenfälle einen Sieg der Hondas unmöglich gemacht und die Siegesserie der KTMs verlängert. Die Österreicher mussten sich mit dem dritten Platz durch Toby Price zufrieden geben, denn Pablo Quintanilla auf Husqvarna fuhr souverän auf den zweiten Platz.

Toby Price war mit seiner Leistung zufrieden: „Das wichtigste ist sicher ankommen. Sicher hätten wir gerne gewonnen, aber es war einfach nicht unser Jahr. Wir werden uns neu aufstellen und wiederkommen!“

Brabec hatte bereits nach der dritten Etappe die Führung übernommen und über die restlichen 5.000 Kilometer souverän verteidigt. Seine Teamkollegen José Ignacio Cornejo, Sieger der letzten Etappe, und Joan Barreda kamen auf die Ränge 4 und 7. Der vierte Honda-Fahrer, Kevin Benavides erlitt einen Motorschaden und wurde 13er. Teammanager Ruben Faria dankte seinem Team und gedachte Paulo Goncalves, seinem ehemaligen Teamkollegen bei Honda, der auf der Dakar 2020 verstarb.

12. Etappe der Dakar 2020Der österreichische KTM-Fahrer Mathias Walkner wurde fünfter. Sebastian Bühler, der deutsche Teamkollege von Paulo Goncalves bei Hero Motorsports Team Really, musste die Dakar auf Rang 18 liegend aufgeben.

 

 

 

Gesamtwertung der Dakar 2020 Kategorie Motorräder

1 009 R. BRABEC HONDA 40:02:36 0:00:00
2 005 P. QUINTANILLA HUSQVARNA 40:19:02 0:16:26
3 001 T. PRICE KTM 40:26:42 0:24:06
4 017 JI. CORNEJO FLORIMO HONDA 40:34:19 0:31:43
5 002 M. WALKNER KTM 40:37:36 0:35:00

 

Trucks

10. Etappe der Dakar 2020Die Trucks sahen eine kleine Überraschung. Andrey Karginov siegte mit Kamaz überlegen, der große Favorit Eduard Nikolayev kam nie ins Rennen und musste gar aufgeben. Karginov, der bereits 2014 die Dakar gewinnen konnte, siegte in sieben der 12 Etappen und liess seinen Teamkollegen Anton Shibalov auf Rang zwei der Gesamtwertung mit über 42 Minuten weit hinter sich. Das Podium komplettierte der der Weißrusse Siarhei Viazovich, der zu Anfang der Rallye sogar die Gesamtwertung anführte. Sein MAZ hatte am Ende aber über zwei Stunden Rückstand.

Für Mathias Behringer im MAN endete die Dakar 2020 auf Rang 26. Als Service-Truck des South Racing Teams konnte er sich mit seinen Beifahren Stefan Henken und Bruno Sousa nicht voll auf das Rennfahren konzentrieren.

 

Gesamtwertung der Dakar 2020 Kategorie Trucks

1 511 A. KARGINOV KAMAZ 46:33:36 0:00:00
2 516 A. SHIBALOV KAMAZ 47:16:02 0:42:26
3 503 S. VIAZOVICH MAZ 48:38:18 2:04:42
4 501 D. SOTNIKOV KAMAZ 49:29:04 2:55:28
5 504 M. MACIK IVECO 50:01:44 3:28:08