Baja Russland 2015
22. Februar 2015
Sardegna Rallye
3. Juni 2015
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Sardinien Challenge 2015

Mit der Grand Erg auf Sardinien

Die Amateurrallye Grand Erg, organisiert von Jörg Russler führte schon neunmal durch die dramatische Landschaft Tunesiens. In diesem Jahr zu Pfingsten wäre es die zehnte Grand Erg gewesen. Aber aus Sicherheitsgründen und Problemen mit Genehmigungen seitens des tunesischen Militärs sagte Russler den Termin ab – und das bei einem Teilnehmerrekord von 200 angemeldeten Personen! Aber die traurigen Ereignisse im Juni geben den Organisatoren der Rallye leider recht.

Da nun alle schon ihren Urlaub gebucht hatten, zum Teil auch schon die Wagen vorbereitet waren, organisierte man spontan eine zehntägige Fahrt durch Sardinien! 62 Personen und einige LKWs ließen sich von ihrem Rallye-Vorhaben nicht abbringen und fuhren statt nach Nordafrika nach Sardinien.
Zu Beginn war der Unterschied gar nicht so groß. Die Fähre startete eben in Livorno und nicht in Genua. Angenehm war dann aber das Fehlen der ausgiebigen Zoll-Formalitäten in Tunis, wie einige Teilnehmer wohlwollend vermerkten.
Kaum angekommen ging es im Konvoi nach Fonni, wo am nächsten Tag auch die erste „Etappe“ stattfinden sollte. Es war ein schöner Ausflug durch die sardische Landschaft, vorbei an Feldern, Wälder, Bergen und Flüsschen. Der Clou der ersten wie auch der Folgenden „Etappen“ waren die organisierten und bestens vorbereiteten Päuschen mit Grillgut, Brot und Wein!
Trotzdem alle Teilnehmer eigentlich gemeinsam fahren wollten, gab es die üblichen Rallye-Probleme. Falsche Wege werden eingeschlagen, die LKWs haben zuwenig Platz, Wagen landeten in Bächen… 

Am nächsten Tag führt der Weg durch den Supramonte, das zweithöchste Gebirge Sardiniens. Der berühmte Duft der Macchia, der Gebüsche in Sardinien und Korsika war hier deutlich zu riechen. Leider verpassten die LKWs dieses Highlight, denn sie mussten wegen schmaler Wege sogar umkehren.

Der dritte Tag führt auf wenig anspruchsvollen Straßen entlang der Küste und bietet unglaubliche Ausblicke. Ziel ist die Halbinsel Sini mit Sandständen und blauem Meer. Und endlich eine Übernachtung im Sand, wenn auch am Strand und nicht in der Wüste. Die Sterne waren die Gleichen.
Tags darauf gibt es weitere Naturschönheiten, gutes Essen und etwas Rallye-Luft: Die Sardinienfahrer fahren ein Stück auf der WRC-Strecke der Rallye Sardegna, die kurze Zeit später stattfindet.

Die nächsten Tage bis zur pünktlich angetretenen Heimfahrt bringen weiter stressfreien Spaß: Kajakfahrten, Weinverkostung, Kneipenbesuche …
Das Fazit der Teilnehmer fiel positiv aus. Das Rennfeeling wurde aber doch vermisst!